Wie schwierig ist Deutsch?

Posted on 11 March, 2018

Ganz ehrlich: Die deutsche Sprache kann kompliziert sein. Die unterschiedlichen Fälle machen vielen zu schaffen, die verschiedenen Geschlechter der Wörter oder einfach die Länge von Schachtelsätzen oder zusammengesetzten Wörtern, den sogenannten Komposita. Aber die gute Nachricht ist: Es ist möglich, dies zu schaffen! Lesen Sie hier ein paar Aspekte, die das Lernen des Deutschen manchmal schwierig machen.

Fälle und Geschlechter

Der Fall (Kasus) eines Wortes entscheidet vor allem darüber, auf welche anderen Wörter im Satz ein Wort sich bezieht und damit über seine Funktion im Satz. Das Deutsche verfügt über vier Fälle – das ist weniger als im Lateinischen! Folglich gilt: Wenn Menschen Latein pauken können, ist auch das Deutsche zu schaffen. Kompliziert ist die Lage bei den Geschlechtern: Der Mann ist männlich, die Frau weiblich und das Kind neutral – das ist nachvollziehbar. Aber warum ist die Sonne weiblich und der Mond männlich? Warum heißt es “der Teller”, aber “die Tasse”? Hier ist Übung gefragt.

Die Deutschen lieben Komposita

Fast alle Deutschlernerinnen und Deutschlerner stolpern irgendwann über eine Besonderheit des Deutschen, die es in vielen anderen Sprachen gar nicht gibt: Wir hängen Substantive einfach aneinander, um dem neuen, langen Wort eine besondere Bedeutung zu geben. Wenn man von Donaudampfschifffahrtskapitänsmützenschild spricht, werden Sie vielleicht sagen: Das ist ein übertriebenes, konstruiertes Beispiel. Wohl wahr. Aber das Verkehrsumgehungsschild, der Haustürschlüssel oder auch nur der Kleiderbügel sind Teil unserer Alltagssprache. Diese Wörterschlangen sind oft am Anfang schwer zu entziffern. Das gibt sich mit der Zeit!

Wie berichte ich über die Vergangenheit?

Die deutsche Sprache verfügt über mehrere Vergangenheitsformen, nämlich das Perfekt, das Imperfekt und das Plusquamperfekt. Sie unterscheiden sich anhand der Frage, wann genau die Ereignisse stattgefunden haben, über die man berichten will, oder in welcher zeitlichen Abfolge. Die Formen müssen jeweils mit der passenden Person gebildet werden – und dabei gibt zu vielen Regeln viele Ausnahmen. Doch keine Angst: Auch dies kann man meistern.

Die Satzstellung von Verben

Leider kennt das Deutsche die Gewohnheit, seine Verben, wenn sie sich aus mehreren Wörtern zusammensetzen, auseinanderzureißen. So wird aus “Ich habe gesagt”: “Ich habe dir das doch vorher schon gesagt”. Oder aus “Sie hat geöffnet”: “Sie hat mit dem Paket in der Hand, das sie gerade vom Boden aufgenommen hatte, als das Telefon klingelte, die Tür geöffnet.” Daher muss man auf der Suche nach dem Verb manchmal an verschiedenen Stellen des Satzes fündig werden. Dies fällt beim Lesen schon schwer, man kann sich hierbei aber Zeit nehmen. In mündlicher Konversation hilft die Gewöhnung über anfängliche Schwierigkeiten hinweg.

Verschiedene Sprachen in der Sprache? Die Dialekte und regionalen Sprachfärbungen

Vielen Deutschlernerinnen und Deutschlernern fällt es schon schwer, dass die Buchstaben und Lautfolgen im Deutschen oft ganz anders klingen, als sie es aus ihrer Muttersprache gewöhnt sind. Doch damit nicht genug: Alle lernen die Hochsprache, aber viele benutzen sie gar nicht. Es gibt quer durch Deutschland – und natürlich auch im deutschsprachigen Ausland – verschiedene Regionen, die ihren eigenen Dialekt sprechen, der sich von der Hochsprache oft deutlich unterscheidet. Eine andere Aussprache, spezielle Wörter der Region oder andere sprachliche Gewohnheiten werden Ihnen besonders erscheinen. Tipp: Hören Sie sich einfach an Ihrem Wohnort genau um. Lernen Sie die Hochsprache, dann werden Sie sich auch die Besonderheiten des Dialekts ihrer Umgebung irgendwann erschließen.