Wie lerne ich am besten Deutsch?

Posted on 11 March, 2018

Natürlich gibt es nicht nur einen Weg, sich die deutsche Sprache zu erschließen. Die Lehrerinnen und Lehrer, die Schulen, aber auch die Lernenden haben unterschiedliche Vorstellungen vom Lernerfolg und vom Lernziel. Wer beispielsweise aus einem westlichen Land stammt, kennt wahrscheinlich einen Sprachunterricht, der auf Büchern basiert. Dies sind vor allem Grammatikbücher und Lerntexte. Viele Deutschlerner stammen aber aus Kulturkreisen, in denen eher das Abschreiben und Auswendiglernen von einer Tafel üblich ist. Nicht überall lehrt man in den Schulen die kritische Reflexion oder die selbstständige Wissenserweiterung. Daher legen wir großen Wert darauf, unsere Lernstrategien bereits zu Beginn der Kurse deutlich zu machen und unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer davon zu überzeugen, dass auch sie es auf diese Weise schaffen können.

Lernen heißt Wachstum und Integration

Besonders wichtig ist die Erkenntnis, dass das Lernen einer Sprache nicht nur ein bloßes Auswendiglernen von Vorgaben ist. Stattdessen bedeutet das Eintauchen in die Sprache eine zunehmende Integration in das deutschsprachige Umfeld, die Kultur und die Geschichte. Wer deutsch lernt, entwickelt sich dadurch weiter und erweitert seinen Horizont. Neues Denken, neue Begegnungen, neue Möglichkeiten, aber auch manchmal schwer Verständliches ergänzen das bisherige Wissen um neue Erfahrungen. Daher heißt Deutschlernen auch, die Lernenden bei ihrem persönlichen Wachstum zu begleiten und sie darin zu stärken.

Lernen durch Hören und Sehen

Zu Beginn des Deutschlernens ist es, als müsse man einen Gipfel erklimmen: Man versteht das Gesagte nicht. Wenn man aber gleichzeitig sieht, worüber gesprochen wird, z. B. durch Abbildungen von Gegenständen, versteht man schon mehr. Wer sich erst einmal an den Klang der deutschen Sprache gewöhnt hat, kann bestimmten Lautfolgen Bedeutungen oder Funktionen zuordnen. So unternimmt man gerne seine ersten eigenen Sprechversuche! Wichtig: Sprache lernt man am besten, wenn man das Wenige, das man schon weiß, in zwischenmenschlichen Kontakten ausprobieren und durch die Antworten erweitern kann. Nach einer solchen Einstiegsphase verfügt man schon über einen kleinen Schatz an Wörtern und kurzen Sätzen. Dann kann man beginnen, auch über Dinge zu reden, die nicht unmittelbar anwesend sind. Der aktive Wortschatz (also die Wörter, die man benutzt) ist zwar noch recht klein. Aber viele andere Wörter werden schon verstanden, wenn man sie auch nicht verwenden kann (passiver Wortschatz). Und viele Wörter haben schon einen vertrauen Klang bekommen – auch wenn man sie noch nicht versteht. Es ist wichtig, dass man eine vertraut klingende Sprache viel leichter lernen kann. Man verschiebt beim Lernen vertraut klingende, aber unverständliche Wörter Stück für Stück erst in den passiven, dann in den aktiven Wortschatz.

Weitere Tipps zum Deutschlernen

Hier noch ein paar hilfreiche Stützen für das erfolgreiche Deutschlernen:

  • Lernen Sie nach einem festgelegten Plan und in einem festgelegten Rhythmus.
  • Probieren Sie neu Gelerntes in Alltagssituationen aus. Wenn Sie dabei Wissenslücken feststellen, versuchen Sie später selbstständig, diese Lücken zu schließen.
  • Lernen Sie die Substantive immer gleich mit den passenden Artikeln und merken Sie sich ihr Geschlecht.
  • Manchmal erscheinen Zusammenhänge oder wechselseitige Beziehungen zwischen Wörtern leichter, wenn man sie sieht: Fertigen Sie dann eine kleine Skizze oder ein Schaubild an.
  • Versuchen Sie so früh wie möglich, sich auch mit deutschsprachigen Medien auseinanderzusetzen. Einfache Fernsehserien eignen sich dafür am Anfang meist recht gut.