Was für Unterschiede gibt es zwischen Deutsch in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Posted on 11 March, 2018

Die meisten deutschsprachigen Menschen leben in Deutschland (rund 80 Millionen), Österreich (rund 8 Millionen) und im deutschsprachigen Teil der Schweiz (rund 5,5 Millionen). Aber Sie ahnen es längst: Die deutsche Sprache ist nicht überall vollkommen gleich. In den meisten Schulen und Hochschulen im deutschen Sprachraum wird das sogenannte Hochdeutsch gelernt und gelehrt, auch Schriftsprache oder Schriftdeutsch genannt. Wenn man dieses Hochdeutsch gelernt hat, ist man im Grunde gut auf den gesamten deutschen Sprachraum vorbereitet. Erstens ist es gewissermaßen die Quintessenz dessen, was die deutsche Sprache ausmacht und zweitens ähnelt es den regionalen Dialekten stark. Drittens können die meisten Menschen, die an einen deutschsprachigen Dialekt gewöhnt sind, auch auf das Hochdeutsche ausweichen, weil sie es ebenfalls beherrschen. Allerdings bleibt in solchen Fällen oft eine regional gefärbte Aussprache erhalten, an die man sich erst gewöhnen muss. Dies kann z. B. an einer lokal geprägten Satzmelodie liegen, an anderen Betonungen oder einer anderen Aussprache von Lauten, Buchstaben oder Silben.

Wie sprechen Deutsche, Österreicher und Deutschschweizer?

Schon innerhalb Deutschlands sind die Unterschiede groß: Gebürtige Sachsen sprechen oft ganz anders als gebürtige Bayern oder Menschen aus dem norddeutschen Raum. In Bayern wird man oft mit “servus” begrüßt, was im Hochdeutschen etwa “hallo” oder “wie geht’s” bedeutet. In Sachsen werden die Diphthonge (“au”, “ei”) oft wie Monophthonge ausgesprochen: Aus “Baum” wird “Boom” und aus “Bein” wird “Been”. Außerdem schwächen die Sachsen oft die Konsonanten ab und sprechen “Papa” als “Babba” aus oder “Konto” wie “Gondo”. Auch die Österreicher benutzen “servus” als gebräuchliche Grußformel, während die Deutschweizer “Grüezi” sagen. In Österreich heißt ein “Taxifahrer” “Taxler” und der spezifische Humor “Schmäh”. Die Deutschschweizer nennen ihren Dialekt “Schwizerdütsch”. Nicht selten sprechen sie ein “k” wie “kch” aus. Auch die Aussprache des “ch” unterscheidet sich vom Hochdeutschen.